Versteinerungen in der Grauwacke. Otto Schiffarth Grauwacke-Natursteinwerk - Otto Schiffarth Grauwacke-Natursteinwerk

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Versteinerungen in der Lindlarer Grauwacke



Durch den Entstehungsprozess der Lindlarer Grauwacke im Devon sind unterschiedlichste fossile Einschlüsse im Gestein vorhanden.

Ein Leitfossil des Devon und somit der Grauwacke, ist hierbei die Seelilie (Crinoide). Vorzufinden sind hauptsächlich Abdrücke von Gliedern der einzelnen Stiele, welche beim Absterben der Pflanze auseinandergefallen sind. Teilweise sind aber auch längere Stücke sowie Kelche recht gut erhalten. Weitere marine Versteinerungen sind z.B. Brachiopoden oder Muschelabdrücke.
Schrägschichtungsmessungen haben bei geologischen Untersuchungen ergeben, dass der Transport der Fossilien vorwiegend von NO nach SW erfolgte, wobei die Fossilien eine Einregelung jedoch kaum erkennen lassen.

Die Fossilien liegen meist als Abdruck, seltener als Hohldruck oder in Steinkern-Erhaltung vor. Gelegentlich, vor allem bei Stammresten, ist noch organische Substanz vorhanden, doch ist sie fast stets durch infiltrierters Eisen völlig zerstört worden.
Neben Anhäufungen von Crinoidenstielgliedern führen die Mühlenberg-Schichten eine Reihe von Brachiopoden, Pelecypoden und Korallen. Die Fauna deutet also auf Ablagerungen im vollmarinen Bereich hin.
Im weiteren erdgeschichtlichen Verlauf ist das Bergisch Land größeren geologischen Prozessen unterworfen. Kontinente kollidierten und wurden auseinandergetrieben.
Hierbei kam es teilweise zur Verlandung und Inselbildungen.

Calamophyton

Beim Aufschluß einer neuen Sohle in unserem Steinbruch kamen im Herbst 2008 fossile Pflanzenreste der Calamophyton zu Tage. In Zusammenarbeit mit dem Geologen Peter Giesen stießen wir auf mindestens 2 komplette, bis ca. 1,5 m hohe Pflanzen, welche von den Wurzeln bis zur Krone im Gestein eingebettet waren.

Ein ca. 2,5 m langer Gesteinsblock wurde im Frühjar 2009 geborgen und durch den Geologen präpariert.

Weylandia rhenana

Im Jahr 2012 wurden teilweise vollständig erhaltene, in unterschiedlichen Wachstumsstadien befindliche Pflanzen der Gattung Weylandia gefunden, welche eine Größe bis 1,2 m aufzeigen. Diese Pflanze mit farnartigem Laub ist bisher noch nie im unteren Mitteldevon angetroffen worden.
Calamophython Wald Rekonstruktionszeichnung
Calamophyton-Wäldchen
(Rekonstruktionszeichnung des Geologen Peter Giesen)
Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass die fossilen Reste in weitflächigeren Horizont zu finden sind, was darauf hindeutet, dass die baumartigen Pflanzen auf einer niedrigen Insel wuchsen und durch ein katastrophales Ereignis überschwemmt und eingebettet wurden.

Das Vorhandensein von Fossilien des Panzerfisches in dieser Schicht unterstreicht diese These.Hierdurch ist ein einzigartiger Einblick in die Flora des unteren Mitteldevons möglich.
Dieser Sensationsfund wurde vom 5. September 2015 bis 03. April 2016 in der Archäologischen Landesausstellung NRW im LVR-LandesMuseum Bonn im Rahmen der Sonderausstellung “Revolution Jungsteinzeit” ausgestellt.
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